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Über mich

Esoterische Anfänge und Core Schamanismus

Die meisten Schamanen-Geschichten fangen ja in der Kindheit an.
Meine wilde Jugend war geprägt von Metal, Rebellion und einer völligen Ignoranz für alles Spirituelle. Bis auf die katholische Kirche. Die hat sich ihren Platz unter den meistgehassten Institutionen mit einer traditionell bayerischen Erziehung redlich verdient. Umgedrehte Kreuze und Pentagramme hatten da noch keinerlei tiefere Bedeutung. Außer dem sehr offensichtlichen: Fuck you!

Sogar eine Gruppe echter, praktizierender Satanisten habe ich mit der Logik einer 15-jährigen Pubertierenden eiskalt abblitzen lassen: Wenn ich an Satan glauben würde, müsste ich auch an diesen Scheiß-Gott glauben. Aber sowas von: Nein!

Es hat dann doch bis Anfang 20 gedauert, bis der wilde Sturm und die coole Zeit vorbei waren und das normale, seelenlose Leben mit IT-Studium und geregeltem Job Einzug hielt. Das habe ich sogar erstaunlich lange durchgehalten. Bis mein Körper mir zu verstehen gab, dass das jetzt keine sonderlich gute Idee war.

Ich habe dann mit 27 alles hingeschmissen, um nochmal neu anzufangen. Über ein angefangenes Psychologie-Studium bin ich zur Heilpraktiker-Ausbildung gekommen. Und damit auch wieder in Kontakt mit Spiritualität.

Die wurde zwar von fast jedem Heilpraktiker, der damals etwas auf sich hielt, kategorisch abgelehnt. Wir machen hier ernsthafte Naturheilkunde und Akupunktur und sind keine so Esos! Also bin ich jetzt ausgebildet in Anatomie, Pathologie und allen medizinischen Grundlagen des Körpers. Dazu kam dann Massage, Phytotherapie, und meine erste Vertiefungsausbildung mit Akupunktur und chinesischer Medizin.

Aber neugieriges Andrea hat trotzdem die Tore zur bunten, tollen Eso-Welt aufgestoßen. Mit Tarot, Sympathie-Magie und auch Begeisterung für einige Themen, die einem heute eher peinlich sind. Aber da muss man eben durch.

Und dann war da auch noch Schamanismus.

Das war irgendwie dunkler und tiefer und echter als dieser ganze fluffige Kram. Und eines Tages ging ich mit schlotternden Knien zu einem Basiskurs bei der FSS – Core Schamanismus nach Michael Harner.

Und der Core Schamanismus war genau das, was ich gesucht habe. Ein praktisches und nutzbares System aus überschaubaren drei Welten. Ohne großen Overhead. Und perfekt geeignet, um den Einstieg in den Schamanismus auf eigene Faust hinzubekommen.

Ausgestattet mit den Basis-Werkzeugen und Verbündeten in der Anderswelt – Krafttier und einem Lehrer – zog ich los, um neue Welten zu erforschen. Und hallo, das waren Welten! Huiiii, da ging’s los. Aber wie.

Dass es nicht bei den drei Welten blieb, habe ich dann auch recht bald herausgefunden. Und dass davon nichts mehr den Begriff „überschaubar“ verdient hat, ebenfalls.

Der Austausch dazu fand über die damals übliche Foren-Welt statt. Neben Kondor war vor allem ein Schweizer Schamanismus-Forum recht wichtig. Darüber habe ich viele wichtige Diskussionen geführt, langsam ein Verständnis für das Thema entwickelt und echte, hiesige Schamanen kennengelernt. Menschen, denen ich bis heute dankbar bin für den Wissens- und Erfahrungsaustausch, auch mal hitzige Diskussionen, aber immer mit dem gemeinsamen Arbeiten am schamanischen Weg.

Ausbildungszeit im Deer Tribe

Mit der Zeit kam der Wunsch nach einer Ausbildung.
Irgendetwas, das mir mehr Struktur und System bietet als nur einzelne Reisen auf eigene Faust. Über Freunde kam ich zum Deer Tribe und fand in meiner Gegend eine gute Ausbildungsgruppe, in der viel angeboten wurde, mit Schwerpunkt auf Schamanismus und Zeremonien.

Das inhaltliche Programm nannte sich „Twisted Hairs“: Das stand für die Verflechtung spiritueller Lehren aus der ganzen Welt. Native-amerikanische Lehren aus verschiedenen Stämmen, Energie- und Körperarbeit, wie man sie aus dem Yoga-Bereich kennt, und schamanische Inhalte aus aller Welt. Die große, bunte Wundertüte der Spiritualität dieser Welt ging für mich auf, immer mit Schwerpunkt Schamanismus, und ich lernte begierig.

Mit der Zeit fand ich allerdings auch heraus, dass vieles von dem, was dort als alte Tradition vermittelt wurde, deutlich jüngeren Ursprungs ist: die Medizinräder gehen auf Hyemeyohsts Storm aus 1972 zurück. Auch Castanedas Don Juan war leider eine Erfindung – wenn auch eine literarisch verdammt gute, die schamanische Auseinandersetzung mit den dort beschriebenen Themen kann ich wärmstens empfehlen. Nun gut, ich arrangierte mich, fehlende historische Bezüge sind ein bekanntes Problem in zeitgenössischer Spiritualität: Wicca wurde erst 1954 von Gerald Gardner öffentlich begründet. Vieles von dem, was dort als wiederbelebtes, altes Wissen verstanden wird – etwa die acht Jahreskreisfeste, ist bei näherer Betrachtung eine moderne Zusammenstellung mit historischen Bezügen, die an heutige Vorstellungen angepasst wurden. Und auch die tuvinischen Quellen der FSS sind vor diesem Hintergrund nicht unproblematisch, da Schamanen in Tuva während der Sowjetzeit verfolgt wurden und heutige Formen vielfach auf späteren Rekonstruktionen beruhen. Und natürlich begann auch die Auseinandersetzung mit dem Thema: Kulturelle Aneignung.

Was für mich in dieser Zeit wirklich großartig war, sind die Schwitzhütten und Sonnentänze gewesen.
Ich war zweimal in Arizona, habe diese roten Felsen gesehen und war einfach zu Hause angekommen. An einem Ort, den ich vorher auf vielen Reisen gesehen hatte und den ich als meinen Kraftplatz kannte, noch bevor ich die ersten Bilder davon sah. Das war echt. Und das kann mir keiner mehr nehmen.

Ich habe drei Tage in der Wüste meine Spuren in den roten Sand getanzt. Ich habe schamanische Kraft und Initiation erfahren. Etwas, das mit Worten nicht beschreibbar ist und für das ich ewig dankbar bin.

Nach langen sieben Jahren, mit Lehrlingsschaft, Ausbildungen, zahlreichen Erfahrungen und erstaunlichen Menschen die ich dort kennenlernen durfte, musste ich den Deer Tribe dann doch verlassen.
Einerseits, weil es für mich immer schwieriger wurde, diese Lehren mit dem inzwischen vorhandenen Wissen über schamanische Hintergründe und Zusammenhänge in Einklang zu bringen. Für mich war es eine Sache, diese Themen mit wachsendem Wissen für mich selbst zu relativieren und einzuordnen. Eine ganz andere wurde es jedoch, als ich das Wissen an nachfolgende Ausbildungsgruppen weitergeben sollte und dabei mein Eindruck war, die „ursprünglichen“ Lehren möglichst unverfälscht weitergeben zu sollen – also ohne eigene Einordnung oder persönliche Interpretation.

Vor allem aber, weil ich zunehmend erlebte, dass körperliche und psychische Grenzen in der Gruppe wenig Raum hatten. Durchhalte- und Krieger-Denken standen stark im Vordergrund, und ich habe mehrfach erlebt, dass körperliche Zusammenbrüche als Schwäche interpretiert wurden, die es zu überwinden galt.

Der Wendepunkt war einer der heißesten Sommer in Arizona.
Über 45 Grad in voller Sonne, und die Buschfeuer kamen so nahe, dass eine Evakuierung des Sonnentanzes im Raum stand. In dieser Atmosphäre entschieden wir uns, weiterzutanzen, und feierten uns dafür als Helden, dass wir es trotzdem geschafft und durchgehalten haben.

Mein Körper fand das weniger gut. Bis aufs Mark erschöpft und ausgebrannt. Und das erwünschte spirituelle Wachstum blieb ebenfalls aus. Stattdessen kam der Gedanke: Was tust du dir da eigentlich an – und warum?

Ich brauchte noch 1-2 weitere Kollapse, um wirklich zu begreifen, dass das, was ich da treibe, auf Dauer nicht gesund für mich ist, und ich suchte schließlich das Weite. Auch das war eine wichtige Lehre. Für jeden, der auf einem echten schamanischen Weg ist, mit Berufung durch die Geister und allem drum und dran.

Die Geister knallen dir solche Themen so lange um die Ohren, bis auch das letzte bisschen Schamanen-Krieger-Ego-Mythos sich aufgelöst hat:
„Aber das gehört doch zum Schamanen dazu, dass er durch solche Rituale initiiert wird? Warum kann ich das denn nicht heilen, daran wachsen und mit neuen Kräften daraus hervorgehen?“

Dieser Abschnitt beschreibt meine persönlichen Erfahrungen von vor über 10 Jahren, als auch der gesamte Zeitgeist noch viel mehr von Härte geprägt war!

Zurück zum europäischen Schamanismus

Zurück auf dem Boden der Tatsachen musste ich erst einmal die Scherben zusammenkehren und mich regenerieren, bevor sich die Frage stellte, wie es weitergeht. Schamanischer Weg – was ist denn ein eigener, für mich machbarer schamanischer Weg? Auf der ganzen Welt von vielen schamanischen Traditionen gelernt, war ich doch oft ein Fremdkörper. Mir fehlte die Anbindung an die jeweilige Kultur.

Diese Lücke wird bei manchen praktizierenden Schamanen über eine Adoption in eine schamanische Familie geschlossen. Ich kenne ein paar, denen diese Ehre zuteil wurde, und sie bekamen dadurch eine ganz andere Anbindung, aber auch eine neue Verantwortung mit ihrem Tun, die sie bis heute auch nachweislich wahrnehmen. Natürlich suchte auch ich in jungen Jahren nach so einem „echten“ Schamanen-Lehrer für mich. Ich fuhr beispielsweise kreuz und quer durchs Navajo-Stammesland, um vielleicht doch an einer Tankstelle oder einem Imbiss dem Zufall eine Chance zu geben. Kam halt keiner – und erzwingen (d.h. erkaufen) wollte ich es nicht.

Daher war mein Weg danach von Eigenverantwortung geprägt, und von Ausbildung und Führung durch die Geister. Ich fand im nordischen Schamanismus einen hinlänglich bekannten, einäugigen Lehrer, der bereitwillig sein Wissen mit mir teilte. Natürlich konfrontierte er mich auch mit den Themen, die zur schamanischen Initiation in die Runen dazugehören.

Wir gründeten eine tolle Runen-Reisegruppe, und hatten dabei eine großartige Zeit: Über mehr als 2 Jahre bereisten wir 2wöchentlich eine Rune blind, tauschten unsere Reisen aus und deckten erst danach die Rune auf. Es gab sogar ein initiatorisches Hütten-Wochenende: jede Stunde wurde einer Rune gewidmet, mit Anrufung, Reisen und Sein, durchgehend die ganze Nacht, bis alle Runen durch waren und wir tief in diese Räume eingetaucht sind.

Eine der damaligen Teilnehmerinnen gibt ihre Erfahrungen und Einweihungen mittlerweile weiter, und hat ein Buch dazu veröffentlicht. Wer sich für einen authentischen nordischen Ausbildungs-Weg interessiert kann ich sie nur empfehlen: Tunritha.de

Mein Schamanismus: Im Rhythmus der Jahreszeiten

Im Core-Schamanismus wird die jeweilige Tradition mit ihren Geschichten, Weltbildern und kulturellen Verflechtungen eher in den Hintergrund gestellt. Stattdessen zieht er die schamanischen Elemente heraus, die man wieder mit dem Eigenen verbinden kann. Darüber fand ich schon sehr früh die immer dagewesene Verbindung der Menschen hier zum Land – über Orte, Natur und Steine, die immer schon da waren, egal welche Religion gerade übers Land gezogen ist.

Das ist bis heute mein ursprünglicher Schamanismus. Ich wollte kein uminterpretiertes Christentum oder Märchen neu deuten. Ich wollte den direkten Zugang. Und so sprach ich mit dem Land, das Geschichten erzählte: von vielen Kriegen, von Menschen, von alten Weisheiten und Verbindungen. Mit den Steinen, den Kraftorten, den alten Bäumen. Mit den Pflanzen, die jedes Jahr den Zyklus aus Geburt, Leben und Sterben durchlaufen.

Diesen Zyklus lebe ich mit den acht Jahreskreis-Festen, mit meinem Garten, und ich arbeite viel mit Pflanzengeistern. Durch alle Ausbildungen, Weltbilder und rauen Zeiten hindurch hielt ich daran fest, meine Jahreskreis-Feste zu feiern. Mal groß, mit Feuer und einer Gruppe Menschen. Mal klein, allein, mit einem Gedanken oder einer Kerze.

Ich ließ mich nicht abschrecken von der historischen Kritik oder der Social-Media-Flut zum Jahreskreis-Hype. Auch nicht vom Alleinsein im Garten, weil niemand vorbei kam. Selbst wenn ich gerade eine spirituelle Pause brauchte – das war einfach mein Anker in der Natur. Und so kam auch nach zwanzig Jahren noch keinerlei Langeweile oder sinnentleerte Wiederholung von Tradition auf.

Weil die Jahreszeiten echt sind. Weil sich das menschlich Leben mit allen Herausforderungen, Schwierigkeiten und Zweifeln sich darin wieder finden lässt. Und weil draußen eine Rückverbindung möglich ist, wenn einen die moderne Welt (bin hauptberuflich auch weiterhin in der IT tätig) zu weit davon entfernt hat. Dort ist wieder alles normal und so, wie es sein sollte.

Nur lasst mich eines klarstellen, bevor das jetzt schon fast wieder nett und gemütlich klingt: ich rede hier immer noch von Schamanismus und nicht vom Sommerfest am Kindergarten zu Sonnwende. Das heißt die Geister (Naturgeister, Ahnen, Verbündete) sind präsent und haben ihren rechtmäßigen Platz, und können wirksam werden, in einem Ausmaß das einen als Mensch und Mittler zwischen den Welten demütig machen kann. Klingt verrückt? Ja das ver-rückt nachhaltig die Sichtweisen, und das ist ein notwendiger Schritt auf dem schamanischen Weg. Der auch erschreckend sein kann, wenn die Kräfte in ihrer ursprünglichen Form erfahrbar werden, und nicht mehr in einer romantisierten Natur- und Alle-Geister-Sind-Nett Vorstellung.

Ich distanziere mich ausdrücklich von Neu-Rechten Interpretationen des Themas!

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